Spielzeugwaffe hat Großeinsatz der Polizei in Leipzig-Leutzsch ausgelöst
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In Tarnfarben lackiert Spielzeugwaffe hat Großeinsatz der Polizei in Leipzig-Leutzsch ausgelöst

Etwa 100 teils schwer bewaffnete Polizisten sperren einen Häuserblock in Leipzig-Leutzsch ab. Gesucht wird ein Mann mit einer Waffe. Wie sich nun herausstellte: Der gesuchte 35-Jährige trug lediglich ein Spielzeuggewehr vom Auto ins Haus – und löste damit einen Großeinsatz aus.

Auf der Suche nach einer Langwaffe: Polizeieinsatz in Leipzig-Leutzsch am 9. Mai. (Archivbild)

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Eine Spielzeugwaffe hat den Großeinsatz der Polizei Anfang Mai in Leipzig-Leutzsch ausgelöst. Nach den Ereignissen vom 9. Mai meldete sich ein 35-Jähriger bei der Behörde und erklärte, dass er der Gesuchte sein könne. Das teilte die Polizei am Freitag mit. Die „Waffe“ war ein Spielzeuggewehr, welches Schaumstoffpfeile verschießen kann. Dieses hatte der Mann in Tarnfarben lackiert.

Spezialkräfte der Leipziger Polizei waren am 9. Mai 2017 im Stadtteil Leutzsch im Einsatz.

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Als er das Spielzeug von seinem Auto in das Mehrfamilienhaus trug, wurde er von einem Anwohner beobachtet. Dieser informierte in der Folge die Polizei und löste damit den Großeinsatz aus. Etwa 100 Beamte von Bereitschaftspolizei, Spezialeinheiten und weiteren Dienststellen sperrten daraufhin ein Karree entlang der Georg-Schwarz-Straße, Pfingstweide und Blüthnerstraße ab. Bewohner konnten ihre Häuser nicht betreten, oder nur schwerlich verlassen. Auch der Verkehr war durch den Einsatz stark beeinträchtigt. Nach etwa sechs Stunden wurde der Einsatz damals ergebnislos abgebrochen.

Da es sich um ein Spielzeug-Gewehr handelt, gehen die Ermittler bislang nicht von einem Verstoß gegen das Waffengesetz aus. Allerdings kann das Führen des Spielzeuggewehrs in der Öffentlichkeit eine Ordnungswidrigkeit darstellen, erklärt die Polizei. Derzeit werde geprüft, ob es sich bei dem umlackierten „Gewehr“ um eine Anscheinswaffe handeln könnte. Der Mann muss die Kosten des Einsatzes nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht tragen, erklärte Polizeisprecher Uwe Voigt gegenüber LVZ.de.

joka

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