Freistellungsantrag: Freibetrag für Kapitalerträge nutzen
Klein Mittel Groß

Finanzen Freistellungsantrag: Freibetrag für Kapitalerträge nutzen

Aus Kapital lässt weiteres Kapital machen, wenn man es geschickt anlegt. Allerdings müssen Sparer ihre Gewinne ab einem bestimmten Betrag versteuern. Wer Profite unter dieser Grenze erwirtschaftet, ist von dieser Regelung befreit, muss aber selber initiativ werden.

Gewinne aus Kapitalerträgen sind bis zu einem jährlichen Betrag von 801 Euro steuerfrei. Allerdings müssen Sparer zunächst einen Freistellungsantrag bei ihrem Finanzinstitut stellen.

Quelle: Daniel Karmann

Berlin. Sparer müssen für Kapitalerträge Abgeltungssteuer zahlen: auf Einkünfte aus Zinsen, Dividenden sowie für Gewinne aus Aktien- oder Fonds-Verkäufen. Jedem Steuerzahler steht aber ein jährlicher Freibetrag von 801 Euro zu. Bei gemeinsam veranlagten Paaren liegt dieser bei 1602 Euro.

"Damit die Bank den Freibetrag automatisch von den Einkünften abziehen kann, müssen Steuerzahler einen Freistellungsantrag stellen", sagt Erich Nöll vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Und das geht so:

Das

Formular gibt es online direkt beim Kreditinstitut oder etwa unter: <freistellungsauftrag.net>. Kunden einer Filialbank können auch direkt am Schalter danach fragen. Alternativ ist es auch möglich, den Anbieter formlos per E-Mail oder Brief zu informieren. "Auf dem Antrag müssen Sie unbedingt ihre Steueridentifikationsnummer angeben", sagt Nöll. Dazu sind Steuerzahler seit 2016 verpflichtet.

Kunden sollten den Antrag spätestens bis zum Jahresende stellen - die Fristen variieren je nach Bank. Der Freibetrag gilt immer für das Kalenderjahr, in dem der Antrag eingerichtet wurde. Und zwar so lange, bis der Kunde ihn widerruft oder ändert. "Es reicht, wenn Sparer dem Kreditinstitut einen Freistellungsauftrag für alle Konten und Depots erteilen", erklärt Nöll.

Wer jedoch bei verschiedenen Anbietern ein Wertpapierdepot oder Bankkonto hat, muss mehrere Anträge stellen. "Steuerzahler können den Freibetrag dann geschickt verteilen", sagt Nöll. Spätestens Anfang November sollten sie dafür alle Jahreseinkünfte schätzen - und wenn nötig, entsprechend anpassen. Denn das Kreditinstitut darf nur für den freigestellten Betrag keine Abgeltungssteuer abführen.

Wer vergessen hat, den Antrag zu stellen oder die Freibeträge ungünstig auf verschiedene Institute verteilt hat, kann sich die zu viel abgeführte Abgeltungssteuer vom Fiskus zurückholen. Dafür müssen Sparer im Rahmen ihrer Steuererklärung die Anlage KAP ausfüllen.

dpa

Voriger Artikel Nächster Artikel
Specials
  • Asisi - Welt der Panoramen

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden.

    mehr
  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in...

    mehr
  • Wave-Gotik-Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in un...

    mehr
  • Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos.

    mehr
Digitale Welt
  • E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet...

    mehr
  • Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App...

    mehr
  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt...

    mehr