Bornas früherer Oberbürgermeister Bernhard Schubert wird 80
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Jubiläum Bornas früherer Oberbürgermeister Bernhard Schubert wird 80

Er war nur eine Legislaturperiode im Amt. Trotzdem ist er bis heute populär in Borna: der frühere Oberbürgermeister Bernhard Schubert (SPD), der am Montag seinen 80. Geburtstag feiert. Langeweile kennt der Vorsitzende des Bornaer Fördervereins für das Leipziger Symphonieorchester nicht, auch wenn er feststellt, „dass ich mit 80 mein Ziel erreicht habe“.

Der ehemalige Bornaer Oberürgermeister Bernhard Schubert (SPD) beim Bornaer Orchesterball im letzten Jahr.

Quelle: Andreas Döring

Borna. Er war nur eine Legislaturperiode im Amt. Trotzdem ist er bis heute populär in Borna: der frühere Oberbürgermeister Bernhard Schubert (SPD), der heute seinen 80. Geburtstag feiert. Für seine Nach-Nachfolgerin Simone Luedtke (Linke) ist er „der einzige meiner Vorgänger nach der Wende, den ich wirklich sehr schätze“.

Dabei war es dem Mann, der im schlesischen Seitsch (heute Siciny) in der Nähe von Glogau geboren wurde und am Kriegsende mit Mutter und Geschwistern fliehen musste, keineswegs an der Wiege gesungen worden, einmal die Nummer eins in Borna zu werden. Hier war der studierte Berufspädagoge („Nicht mein Traumberuf.“), der eigentlich Maschinenbau studieren wollte, in den 60er Jahren wegen Ehefrau Renate gelandet. In die Politik hatte es Schubert in den Wende-Monaten 1989/90 als Vorsitzenden des Pädagogischen Rates an der Espenhainer Berufsschule, wie es damals hieß, gespült. „Da bin ich in den Betriebsrat reingerutscht“, der seinerzeit gegründet wurde. In der Folge wurde der Berufsschullehrer und praktizierende Katholik SPD-Mitglied, auch „weil die CDU für mich nie in Frage kam“. Denn: „Adenauer hat mich nie begeistert.“

Nachdem die SPD bei den ersten und einzigen freien Volkskammerwahlen in der DDR eine krachende Niederlage verkraften musste, kam es für die Bornaer Sozialdemokraten bei den darauffolgenden Kommunalwahlen im Mai 1990 immerhin besser. Sie wurden zweitstärkste Kraft in der Stadtverordnetenversammlung, und nachdem Lutz-Egmont Werner (CDU) zum Bürgermeister gewählt worden war, kam die Reihe an Schubert. „Ich wurde gefragt, ob ich stellvertretender Bürgermeister werden wollte.“ Und weiter. „Da habe ich lange überlegt“, und Schubert nahm den Posten erst an, nachdem er seine Arbeit an der Berufsschule korrekt beendet hatte.

Dass er vier Jahre später als SPD-Oberbürgermeisterkandidat am Ende die Nase vorn haben würde, war schon eine Überraschung. Immerhin hatte der Amtsinhaber, mit dem Schubert im Rückblick eine gute Zusammenarbeit verbindet, nach dem ersten Wahlgang die Nase vorn. Und als dann feststand, dass er den Chefsessel im Bornaer Rathaus übernehmen würde, war es eher „eine stille Freude“, wie er sich erinnert.

Was folgte, waren sieben Amtsjahre, in denen auch Schubert nicht alles glückte. Etwa der Bau eines neuen Kulturhauses, wie es Borna immer noch fehlt. Dafür wurde etwa das Rudolf-Harbig-Stadion auf Vordermann gebracht, wovon Leichtathleten und Fußballer auch jetzt noch profitieren. Was aber auch mit Blick auf die anderthalb Jahrzehnte nach dem Ende seiner Amtszeit 2001 in guter Erinnerung geblieben ist, das ist die vergleichsweise angenehme Atmosphäre in den Stadtratssitzungen. „Die allermeisten Beschlüsse sind durchgegangen“, sagt Schubert. Mit seinem Mitstreitern habe er die Beschlussvorlagen immer gut vorbereitet.

Dass er drei Jahre nach seinem Abschied im Rathaus noch einmal in einer Art Nachspielzeit für fünf Jahre als SPD-Stadtrat aktiv wurde, gehörte zuvor nicht zu seiner Lebensplanung. Allerdings beschritt er damit nur den Weg, den sein Amtsvorgänger Werner bereits gegangen war, der ebenfalls als Ex-Rathauschef im Stadtrat saß.

Mit seiner SPD ist Schubert nur noch bedingt glücklich. „Der Knacks kam mit Schröder“, sagt er und meint die Agenda-Politik des ehemaligen Bundeskanzlers. Was dem Vater zweier Söhne und einer Tochter bleibt, ist seine Liebe zur Natur. Schubert ist begeisterter Botaniker. In seiner Freizeit zieht er in der warmen Jahreszeit über Friedhöfe oder Kippen in der Bergbaufolgelandschaft und registriert Pflanzen. Langeweile kennt der Vorsitzende des Bornaer Fördervereins für das Leipziger Symphonieorchester ohnehin nicht, auch wenn er mit Blick auf sein heutiges Jubiläum feststellt, „dass ich mit 80 mein Ziel erreicht habe“. Was keinen Stillstand bedeutet für einen wie Bernhard Schubert. Vielleicht macht er keine Reisen durch Europa mehr, aber dafür weiter durch Deutschland.

Von Nikos Natsidis

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