Starke Reaktion auf turbulente Tage: HC Leipzig mit Sieg gegen Neckarsulm
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Handball-Bundesliga Starke Reaktion auf turbulente Tage: HC Leipzig mit Sieg gegen Neckarsulm

Der HCL hat sich von dem großen Schuldenberg und dem Weggang von Leistungsträgerin Katja Kramarczyk kaum beeindrucken lassen. Die Mannschaft gewann gegen Neckarsulm mit 28:23 (16:8). Lediglich in der zweiten Hälfte war den Spielerinnen Unsicherheit anzumerken.

Der HCL hat gegen die Neckarsulmer Sportunion gewonnen. (Archivbild)

Quelle: Modla

Leipzig. Die Spielerinnen des HCL haben sich auch von den turbulenten Tagen nach der Bekanntgabe des Schuldenbergs von 900.000 Euro und dem Weggang von Leistungsträgerin und Ex-Käpitänin Katja Kramarczyk wenig beeindrucken lassen. Im Heimspiel gegen die Neckarsulmer Sportunion zeigte das Team zumindest in der ersten Hälfte eine starke Reaktion und gewann mit 28:23. Trainer Norman Rentsch hatte anscheinend die richtigen Worte gefunden, um die Spielerinnen trotz der angespannten Situation auf die Begegnung gegen die Baden-Württembergerinnen einzustellen. Allerdings: In der zweiten Halbzeit war dem Team der Rummel um die schwierige Situation des HCL zwischenzeitlich deutlich anzumerken.

Nach dem Anpfiff zeigte die Mannschaft vor insgesamt 971 Zuschauern in der Ernst-Grube Halle – wohin das Spiel wegen der Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in der Arena verlegt wurde – zunächst die erhoffte Reaktion. Bereits nach einer guten Viertelstunde stand es 10:4 für den HCL. Vor allem Nele Kurzke im Leipziger Tor zeigte starke Paraden und präsentierte sich mit über 20 gehaltenen Bällen als würdige Nachfolgerin von Katja Kramarczyk. „Als neue Nummer eins habe ich große Verantwortung“, sagte sie nach dem Spiel. „Da kann man sich leicht unter Druck setzen. Ich bin froh dass es gleich so gut geklappt hat.“

Auch das Angriffsspiel der Leipzigerinnen funktionierte reibungslos. Vom Punkt zeigten die Spielerinnen viel Nervenstärke. Kurz vor der Halbzeit erzielte zudem Shenia Minevskaja ihr erstes Tor nach langer Verletzungspause. Zur Halbzeit führte die Mannschaft von Trainer Rentsch folgerichtig mit 16:8, allein sechs Tore gingen auf das Konto von Alexandra Mazzucco.

Zwischentief nach der Pause

Nach der Pause machten die Leipzigerinnen zunächst stark weiter, Mazzucco verwandelte zum 17:8. Dann allerdings verloren die Messestädterinnen zunehmend die Kontrolle über das Spiel. Nach zwei Treffern von Neckarsulm und einem Zwischenstand von 18:13 nahm Trainer Rentsch seine erste Auszeit. Kurz darauf erlöste Nele Reimer die Zuschauer mit einem Treffer für den HCL zwar zwischenzeitlich, trotzdem fehlten der Mannschaft die Sicherheit und die Entschlossenheit, die sie noch in der ersten Halbzeit ausgestrahlt hatte. Nach dem 20:17 war plötzlich wieder alles offen, der Vorsprung fast verspielt. Die Zuschauer sahen viele Fehler und eine zunehmende Unsicherheit. Womöglich doch die Folgen der Turbulenzen der vergangenen Tage?

Doch dann kämpften sich die Leipzigerinnen wieder zurück in das Spiel und hielten die Gastgeber auf Distanz. Zehn Minuten vor dem Ende hatte der HCL sich wieder einen Sechs-Tore-Vorsprung erkämpft. „Da hat man gesehen, dass wir in den letzten Wochen international viel Erfahrung gesammelt haben“, sagte Trainer Rentsch nach dem Spiel. „In den entscheidenden Augenblicken haben wir nachgelegt.“

Kurz vor dem Schlusspfiff kochte dann die Stimmung in der Halle, die Zuschauer standen und feuerten den HCL an, der letztendlich mit 28:23 gewann. Nach dem Spiel war der Mannschaft die Erleichterung deutlich anzumerken, als die Spielerinnen ausgelassen um den Mittelkreis tanzten. Alexandra Mazzucco, am Samstag Kapitänin und mit acht Treffern beste Werferin, sagte nach dem Spiel: „Wir wollen alle hier bleiben und für den HCL spielen. Wir hoffen, dass viele Spenden kommen. Heute haben wir mit unserem leidenschaftlichen Spiel ein sportliches Zeichen gesetzt.“ Und Nele Kurzke fügte hinzu: „Leipzig ohne den HCL wäre nur eine halbe Stadt.“

Lucas Grothe

Statistik:

HCL: Kurzke 1, Roth, Mazzucco 8, Einarsdottir 1, Bösch 4, Reimer 3, Minevskaja 3, Sturm 3, Urbicht 2, Rode 3, Weise, Theilig

Neckarsulm: Milenkovic, Herrmann, Rüttinger, Kalmbach 3, Hoffmann 3, Breitinger 2, Fischer 1, Kaufmann, Tissekker 2, Daniels 4, Ahlin 1, Ineichen 6, Galinska, Vojtiskova 1

7-Meter: HCL: 7/4 TuS: 3/2
Zuschauer: 971

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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