Freyburger Dominic Bösel steigt gegen Finnen „Boom Boom“ in den Ring
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SES-Boxgala in Leipzig Freyburger Dominic Bösel steigt gegen Finnen „Boom Boom“ in den Ring

Für Boxer Dominic Bösel erfüllt sich in Leipzig ein Jugendtraum. Bei der SES-Boxgala in Leipzig tritt er am Sonnabend gegen Sami Enbom aus Finnland an. Dann geht es um drei Intercontinental-Gürtel.

Die Boxer Dominic Bösel (links) und Symi Enbom ("Boom Boom") aus Finnland beim offiziellen Wiegen vor der SES-Boxgala in Leipzig.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig . Als Dominic Bösel diese Woche gefragt wurde, wie viele Fans den Freyburger aus dem knapp eine Stunde entfernten Burgenlandkreis am heutigen Sonnabend zur SES-Boxgala nach Leipzig begleiten werden, antwortete der 27-Jährige: „800 ganz bestimmt, ich habe aber auch viele Freunde in Leipzig. 1000 Leute werden also meinetwegen in der Arena sein, davon könnt ihr ausgehen.“ Darauf schaltete sich Promoter Ulf Steinforth ein und stellte klar: „Dominic ist doch nicht nur eine regionale Größe. Ein Frauenschwarm ist er auf jeden Fall bundesweit.“

"Hier haben Größen wie Rammstein gespielt"

Man nimmt es Bösel und Steinforth auf Anhieb ab, dass sie sich auf das erste Gastspiel des SES-Boxstalls in der Arena Leipzig ganz besonders freuen. „Das ist die größte Halle der Region“, meint der Halbschwergewichtler: „Hier haben Größen wie Rammstein gespielt – und nun dürfen wir uns hier präsentieren. Für mich erfüllt sich ein Jugendtraum.“ Steinforth habe die Arena ursprünglich mit einer großen Boxgala miteröffnen wollen. Das war 2002. Nun, wenige Wochen vor dem 15. Geburtstag der Halle, habe es endlich geklappt. Der Zuspruch ist gewaltig, es sind nur noch wenige Restkarten erhältlich.

Beim offiziellen Wiegen im Leipziger Autohaus Bährenstark gaben sich die Teamkollegen Dominic Bösel (Freyburg) und Robert Stieglitz (Magdeburg) optimistisch. Der mittlerweile 35 Jahre alte Stieglitz sei selten vor einem Kampf so gut gelaunt gewesen, „denn in meiner jetzigen Gewichtsklasse muss ich kaum noch abnehmen“. Ihre Gegner Sami Enbom (Finnland) und Nikola Sjekloca (Montenegro) gaben sich bei der Pressekonferenz wortkarg, sie wollen lieber Taten sprechen lassen. Der Finne sorgt gerade für einen Box-Boom in seiner Heimat.

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Bösel wird wohl erst nach Mitternacht gegen den zwei Jahre älteren Finnen Sami Enbom in den Ring steigen. Dann geht es um gleich drei Intercontinental-Gürtel – zwei von ihnen hat der Sachsen-Anhalter zu verteidigen, drei am Stück hat noch kein Boxer zur gleichen Zeit getragen. Für Steinforth ist klar, wer das Ding gewinnt. Der 49-Jährige betätigte sich vergangene Woche als Namensforscher und kam zu dem Ergebnis: „Bösel ist altdeutsch und bedeutet so viel wie Spitze. Der Name ist Verpflichtung.“ Noch Fragen?

Wann Bösel genau dran ist, hängt vom Teamgefährten Robert Stieglitz ab, der die MDR-Boxnacht ab 22.30 Uhr mit der EM-Titelverteidigung im gleichen Limit (79,378 kg) eröffnen wird. „Robert kann ruhig in der ersten Runde mit K.o. gewinnen. Ich fange zeitig mit der Vorbereitung an und bin bereit. Auch Warten macht mir nichts aus, das habe ich bei den Amateuren gelernt.“ Beim offiziellen Wiegen gaben sich Bösel und Stieglitz gestern im Leipziger Autohaus Bährenstark optimistisch. Der mittlerweile 35 Jahre alte Stieglitz sei selten vor einem Kampf so gut gelaunt gewesen, „denn in meiner jetzigen Gewichtsklasse muss ich kaum noch abnehmen“.

Box-Boom in Finnland durch "Boom Boom"

Ihre Gegner Sami Enbom und Nikola Sjekloca (38) aus Montenegro gaben sich bei der Pressekonferenz wortkarg, sie wollen lieber Taten sprechen lassen. Der Finne sorgt gerade für einen Box-Boom in seiner Heimat, wo der Kampf live im Fernsehen übertragen und für eine Top-Quote sorgen wird. Seit seiner Jugend trägt der Rechtsausleger wegen seiner gefürchteten Linken den Spitznamen „Boom Boom“, er ist wie Bösel als Profi ungeschlagen. Steinforth ist gespannt auf das Duell: „Samis Nation steht hinter ihm, die Finnen sehnen sich nach einem Aushängeschild. Wir gehen aber davon aus, dass er in Turbulenzen kommt.“

Trainer Dirk Dzemski (44) meint: „Unsere Kämpfer sind gut in Form. Aber entspannt bin ich erst, wenn der Samstag rum und alles gut gelaufen ist. Vorschusslorbeer nützt nichts, die Jungs dürfen nicht leichtsinnig werden.“

Ulf Steinforth verspricht übrigens nicht nur zwei herausragende Kämpfe – alle sechs „Megaduelle“ können für eine tolle Stimmung in der Arena sorgen.

Die sechs Kämpfe ab 18.30 Uhr, Cruisergewicht: Jurgen Uldedaj (Albanien) – Ziso Poulitsa (Leipzig). Feder: Sandra Atanassow (Leipzig) – Gabriella Busa (Ungarn), Welter: Phillip Nsingi (Berlin) – Kasim Gashi (Heubach), Schwer: Erkan Teper (Ahlen) – Mariusz Wach (Polen). Ab 22.30 Uhr, Halbschwer: Robert Stieglitz (Magdeburg) – Nikola Sjekloca (Montenegro), Dominic Bösel (Freyburg) – Sami Enbom (Finnland).

Die MDR-Boxnacht hat XXL-Länge von 22.30 Uhr bis 7.15 Uhr. Im Rahmen der „After Fight Party“ mit vielen Interviews wird ab 4.45 Uhr der WM-Kampf von Gennady Golovkin aus New York übertragen.

Kerstin Förster

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